Cortison-Nebenwirkungen

Hey ihr Lieben,

wie der Titel schon sagt, ist das ein Thema, was jeder hasst, der dies Wundermittel nehmen muss. Ja, es wirkt wirklich super und ich bin dankbar dass es das Zeug gibt, denn ohne sähe es wohl ziemlich bitter für mich aus, aber man hat definitiv mit den Nebenwirkungen zu kämpfen.

Es verändert sich einfach hochdosiert alles. Man sagt bis 5 mg Langzeittherapie merkt man nichts, weil das die Dosis ist, die der Körper auch selber noch abbauen kann. Cortison ist nämlich eigentlich ein körpereigenes Hormon, dass in der Nebennierenrinde produziert wird. Bis 10 mg, werden die ersichtlichen Nebenwirkungen nicht schlimmer, bzw. gehen zurück. Alles was darüber ist sorgt für Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen, Mondgesicht, sowie Stirnacken (wie es so schön genannt wird). Das sind erstmal nur die direkt ersichtlichen. Dazu kommt die Haut, diese wird immer dünner. Auch die Knochen werden immer geschädigter, bei langen Zeiträumen kommt es zur Osteoporose.

Die körperlichen Nebenwirkungen sind natürlich schon nicht gerade wünschenswert, aber auch die Stimmungsschwankungen die man dadurch bekommt, wenn man in den Spiegel schaut sind nicht schön. Das komplette Gesicht verändert sich. Ich stelle mal ein vorher nachher Vergleich ein. Während ich das abfotografiert habe (bitte die Qualiät nicht beachten, war mit dem Handy aufgenommen, ein Foto meiner Passbilder) lief mir schon wieder ein Schauer über den Rücken, wie manche Leute mich von damals überhaupt noch erkennen?!
Leute die mich nicht von früher kennen versichern mir immer, dass es so schlimm gar nicht ist. Ich hoffe ihr werdet euch nun nicht erschrecken… 😀
Zu Betrachten von links, nach rechts unten…

OK, auf dem Letzten gucke ich nun auch wirklich nicht nett, aber ich durfte auch nicht. Zu dem Zeitpunkt brauchte ich scheinbar ein Bild ohne Lächeln. 😀
Ihr werdet sonst denke ich nicht viele Bilder auf meinem Blog von mir finden, weil ich eben genau mit diesen Problemen  kämpfe und es eigentlich selten ist, dass es Bilder gibt, die ich gerne zeige. Was Dritte wiederum mit Fotos machen wo ich drauf bin (posten auf Facebook) etc. – Ich weigere mich einfach nicht mehr dagegen. 😉
Habe eh keine Chance gegen meine Freunde, die gerne alles mit Fotos belegen…

Gerade aufgrund dieses Gefühles des Unwohlseins und der Angst vor späteren Konsequenzen treiben wir uns immer wieder dazu das Cortison reduzieren zu wollen, auf ein Maß, bis man selber wieder merkt; ok das geht so nicht lange gut, die Schmerzen sind zu stark. 1-2 Tage versucht man es dann vielleicht mal wieder mit anderen Schmerzmitteln, aber das ist ebenfalls keine Lösung. (Darf ich im Moment unter dem Blutverdünner auch nicht). Dritten gebe ich den Rat, einfach nicht drauf ansprechen, wenn der Gegenüber ein Mondgesicht bekommen hat. Und auch wenn wir es selber erzählen, mögen wir auch nicht gerne hören; ja, ist mir auch eben aufgefallen.
Ich verstehe das Bedürfnis auf dieses Jammern etwas sagen zu wollen, aber es ist schwierig. Wenn ihr irgendwas sagen müsst, da Lügen auch nichts bringt, bringt es aber zumindest diplomatisch rüber… 😀
Den ultimativen Tipp hab ich allerdings leider nicht.

Ein Trainer bei uns in der Firma fragte mich letztens ob ich schwanger sei. ^^
Das Schöne ist, dass ich über sowas noch lachen kann und das auch wirklich lustig finde, auch wenn man das nicht glauben kann, weil ja etwas Frust dahinter steckt, aber ich kenne ja mein Problem und es im Alltag mit Humor nehmen ist die beste Lösung.
Ich sah schon seinen Blick, wie er in der Tür steht und meinen Körper musterte. Dann kam: „Na, ist da ein kleines Bäuchlein?“ und streichelte sich seinen eigenen Bauch. Ich sagte nur: „Nein, freu dich nicht zu früh, bin nicht schwanger!“ Da ihm das sichtlich unangenehm war und ich sicher bin, dass er selber schult sowas eine Frau im Beruf nie zu fragen, habe ich natürlich meinen Spaß dran. Er wird diesen Tag in seinem Leben sicherlich NIEmals mehr vergessen. Ich erinnere ihn immer wenn er bei uns ist an diese Situation. 😉 Solange man den Bauch noch raus erkennt und ich durch das Wasser nicht ganzkörperlich wie ein Schwamm aufgehe ist das sogar gut. Der Bauch ist auch nicht das Schimmste, das Gesicht mit dem Doppelkinn belastet viel mehr. Bauch haben viele, aber das unförmige Gesicht dazu?! –  ätzend.
Aber wenn das nicht wäre, würde ich wohl nun schreiben, wie mich der Bauch nervt. Wenn es der nicht wäre, wäre es wieder was anderes. Finden tun wir immer was, auch ohne Medikamente. Aber der Vorteil dabei von einigen anderen ist, man kann zu 90% was tun, wenn man den Arsch hochbekommt. 😛
Das ist bei uns manchmal schwerer. Wie mir im Fitnessstudio mal gesagt wurde: Ist das nicht schei…? , man kommt viermal die Woche mit deiner Intensität und es bringt nichts? – Doofe Frage. – Klappe halten. 🙂

Allerdings treffe ich auch immer wieder Leute, die an sich rum nörgeln, wo ich denke; du weißt gar nicht wie schön du bist. Ich wünsche mir in diesen Momenten sie könnten sich selber durch meine Augen sehen. Was ich gerade attraktiv finde oder wie sie durch ihren Charakter schon alleine strahlen. Immer wenn ich diesen Moment wieder mal erlebe, hoffe ich, dass meine Selbstwahrnehmung auch drastischer ist als es andere wahrnehmen. Das hoffe ich zumindest, bzw. weiß ich auch das es scheinbar so ist, sonst hätte ich sicherlich keinen Partner oder davor auch mal hier und da Dates gehabt.. 😛
Aber leider kann ich das noch nicht so gut nachempfinden. Vielleicht hilft dabei aber auch Selbsthypnose. Mal sehen?!
Was ich aber seit dem viel besser kann ist, und manches Opfer sicherlich freut, Komplimente machen. Manchmal traut man sich das nicht so, weil man meint sein Gegenüber, gerade beim anderen Geschlecht, nimmt das falsch auf. (Vor allem wenn ich dann noch rot dabei werde. :D) Aber das juckt mich gar nicht mehr. Hat jemand was, was ich mag, kann ich das auch direkt sagen und gerne zwischendurch mal wieder betonen. Andere würden es flirten nennen, ich nenne es Komplimente machen. Sonst würde ich ja nun auch mit ziemlich vielen Personen flirten… 😉

Zu den Nebenwirkungen kommt noch das unangenehme Schwitzen, was man dadurch entwickelt. Ich gehe nur ganz kurz spazieren und bin dann schon feuerrot und besonders am Kopf nassgeschwitzt. Das ist oft wirklich peinlich, weil die Haarsträhnen vorne richtig nass sind und am Kopf kleben. Am liebsten möchte ich in solchen Augenblicken in dem Erdboden versinken. Und es ist direkt für jeden ersichtlich. Wenn es wenigstens nur unterm Arm oder so wäre, nein, direkt an der Front wo dir jeder als erstes hinschaut. *grummel*
Wenn man was muss, dann wirklich selbstbewusst werden, wenn man mit diesem Mist zu kämpfen hat.

Ich werde auch viel schneller rot als früher, also ohne Grund. Manchmal bekomme ich Hitzewallungen und spüre richtig die Wärme in meinem Gesicht. Dann ist mir das unangenehm, weil ich denke die anderen wiederum denken ich werde rot, weil ich was sagen musste oder weil mir eine Situation unangenehm ist, etc… Ist meistens in diesen Momenten aber nicht so. Führt aber dann dazu, dass ich richtig rot werde, weil mir dann das Rotwerden doch unangenehm ist… 😀
Es ist wirklich eine Zwickmühle… Vor allem weil man dann immer Angst hat, es passiert irgendwann wieder. Bei neuen Leuten zum Beispiel, die auch nicht wissen was los ist, ist es dann besonders schlimm und kommt häufiger am Anfang vor, aus Angst das es passieren wird. Das schränkt einen ein. Ich konnte immer super gut auf Menschen zugehen, war offen und fröhlich, ich behaupte zwar bin ich auch immer noch, aber es ist begrenzter. Ich bin nicht mehr ganz so direkt, bei neuen Bekanntschaften.
Am schlimmsten, bzw. was mich am meisten stört ist, dass ich glaube, wenn das nicht wäre, dass ich im Beruf um einiges weiter sein könnte. Ich würde bei Präsentationen viel selbstsicherer auftreten, könnte meine kaufmännische Karriere meines Erachtens nach schon viel weiter ausgebaut haben.
Vorteil aus diesem Problem ist, wenn nicht immer für mich, sondern für andere, dass ich definitiv nicht lügen kann. 🙂 Bei den ganzen Gedanken im Kopf, was nun passieren wird, wenn ich Lüge, wie rot ich dann werde, etc… Das geht einfach nicht mehr, aber will ich auch gar nicht. 😉
Was ich aber will ist noch weiter kommen im Beruf und arbeite auch kontinuierlich weiter an mir. Präsentieren fällt ja nicht nur mir schwer und andere haben das Rötungsproblem auch ohne Cortison, von daher muss das doch machbar sein. Schließlich sind wir alle nur Menschen und jeder mag etwas an sich nicht, was einen einschränkt oder einschüchtert, dafür muss man sich nun wirklich nicht eine Krankheit aussuchen hinter der man sich dann verstecken kann. 😉

Neben diesen „Gefühlfakten“ bleibt natürlich auch etwas Angst. Angst vor eben Osteoporose und der dünnen Haut. Oder das man irgendwann die Adern nicht mehr findet um Blut abzunehmen, was dann ebenfalls im Alter immer schwieriger wird.
Angst, dass man sich irgendwann ein Pflaster ohne die Haut darunter nicht abziehen kann. Was mir leider wirklich schon einmal passiert ist. Aber danach nicht noch einmal, daher denke ich nun, es lag wirklich nur an dem Pflaster. Aber ein kleiner Schock war das schon… 🙂
Angst, dass man irgendwann noch mehr neue Beschwerden bekommt, von den Medikamenten, die man gerade nimmt um eine Beschwerde zu lindern. Wie in einem Teufelskreis aus dem man nicht mehr raus kommt.
Angst, man verharrt darin. Man will was ändern, setzt Ziele, scheitert, verzweifelt, gewinnt neuen Mut und kämpft weiter für seine Ziele. Und man weiß ja nie, vielleicht erreicht man sie auch. Ich will einfach nur nicht eines Tages sagen müssen ich habe nicht alles versucht. „Hätte ich mal“, ist eines der schlimmsten Satzanfänge die es meiner Meinung nach gibt. Deswegen ist Hoffnung ja auch das, was als letztes stirbt. 😉

Somit schließe ich dieses unangenehme Thema ab. Wenn ihr mich mal kennenlernt, sagt einfach nichts, wenn ich dieses natürlich schöne Rot im Gesicht entwickel. Zumindest die Kosten für Rouge kann ich mir sparen. 😀

Sonnigen Gruß
Desi

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