Diagnose – Handgelenksversteifung 2014

Moin,

heute ein weiteres Thema, welches vor einigen Jahren ein großes für mich war und mich doch einige neue Ärzte hat kennenlernen lassen.

Nach einem Aufenthalt im Krankenhaus wurde mir zu der Teilversteifung meines linken und später auch rechten Handgelenkes geraten. Mir fiel alles aus dem Gesicht, klar sieht man die Veränderung und man kann das Gelenk nicht mehr ganz gerade machen, aber VERSTEIFEN? Also nun wirklich, warum sollte man etwas operativ ändern lassen, wenn ich doch keine Schmerzen habe. – Damit es nicht schlimmer wird. Man riskiert sonst das Bänder und Sehnen reißen und man könne so die Komplettversteifung etwas aufhalten. Freundlich bedankte ich mich für die Ratschläge und sagte ich denke drüber nach. 🙂
Natürlich trifft einen so eine Aussage und man fängt an sich schlau zu machen. Google ist dann nicht immer die beste Hilfe, was passieren kann und wie sich dann die Versteifung auswirkt, etc. Das Versteifen würde mir sicherlich den Job auch schwerer machen. Den ganzen Tag tippen auf der Tastatur. Ich weiß nicht.
Auch wenn ich sagen muss, wenn ich wirklich viel schreibe an einem Tag, merke ich das auch. Aber hier ist viel Definitionssache. Für einige ist eine DIN A4 Seite in Word vermutlich schon viel, wir Büro-Job-Junkies reden von viel, wenn wir 100 Seiten fertig getippt haben. 🙂
Ich besuchte dann also drei weitere Ärzte und erhielt drei weitere Meinungen. Das überrascht mich heute aber auch nicht mehr, obwohl ich zu dem Zeitpunkt zunächst annahm, dass man nur ein Ja oder Nein hören kann und nicht, ich würde das ganz anders machen. 😀
Daneben telefonierte ich privat mit einer Ärztin, die selber an Rheuma erkrankt ist und die gleiche Diagnose schon erhalten hatte und es nicht gemacht hat. Mit ihr zu quatschen hatte mich damals mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurück gebracht, da sie die gleichen Probleme hat wie ich und schon etwas schlimmer. Wenn man in so einem Loch ist, geht es einem oft am schlechtesten und man fragt sich warum ich. Warum bekomm ich alles so dicke ab? Bis man wieder was hört, sieht, trifft, dem es um einiges schlechter geht. Dann kommt irgendwann wieder Dankbarkeit durch, für alles was man hat und erleben durfte, wo andere die Chance nie zu erhalten. Dass so viele Kinder bspw. in Afrika das Alter gar nicht erreichen, niemals Lieben, niemals reisen, niemals schmerzfrei sind, andere niemals sehen und wir sitzen hier und jammern… :/
Manchmal fühle ich mich dann daraus auch erst schlecht, denn ich nutze das Unglück anderer, dass es mir wieder besser geht. Ist das denn richtig so?! Fair?!

Zusätzlich habe ich dann noch die Chance bekommen bei einer Physiotherapeutin mit einer 17 Jährigen zu sprechen, die gerade die OP hat machen lassen. Ich persönlich muss sagen, dass die Teilversteifung auch fast komplett versteifen bedeutet und auch das eindeutig zu junge Mädchen sagte dies. Sie hatte zunächst das Linke machen lassen, wenn ich mich recht erinnere, weil sie erst gucken wollte wie es wird, bevor sie das „Haupthandgelenk“ machen lässt. Sie war selber etwas enttäuscht wie sehr die Einschränkung doch ist, dennoch voller Lebensmut. Klar, wird man damit leben können und sie wird sich sicherlich dran gewöhnen, ohne Frage und auch ohne Wahl, aber es ist schade, dass sie es erst bereuen musste und sich nun immer mal fragen wird, wie lange hätte ich sie wohl noch besser bewegen können. War die OP wirklich schon nötig oder hätte ich noch einige Jahre das Handgelenk auch so gut bewegen können. Leider kann ich mich kaum noch erinnern, was sie damals erzählte, ob sie starke Schmerzen hatte oder so. Ich weiß nur das sie nicht besonders gesprächig war. Wirkte etwas eingeschüchtert. Aber ich vermute diese Gedanken und Augenblicke werden sie sicher manchmal treffen. 🙁

Für mich war in diesem Moment klar, dass ich das erstmal nicht will. Ich war dann bei einem Handchirurgen, der sich nur auf Hände konzentriert. Ich bin, wie er mehrfach betonte, im Alter seiner Tochter und der würde er definitiv davon abraten, bzw. sich drum kümmern.
Nun gehe ich jedes Jahr einmal zum Röntgen und zur Kontrolle zu ihm, wenn ich keine dauerhaften Schmerzen bekomme. Was soll ich sagen, bis heute ist es noch nicht schlechter geworden, obwohl ich immer noch reichlich Cortison nehme. Jedes Jahr fällt einem dann erstmal wieder ein Stein vom Herzen. Im Moment geht man mit dem Gefühl darein, dass schon alles in Ordnung sein wird. Das es eines Tages mal nicht so sein könnte erfüllt einen dann zwischendurch mit Bammel, aber man denkt nicht so viel dran und versucht es immer positiv zu sehen. Auch dieses Jahr ist es im August wieder so weit, aber im Moment würde ich wieder behaupten es ist noch alles in Ordnung. Die Schmerzen sind nicht schlimmer geworden und nur da, wenn ich auch dicke Entzündungen drin habe. Beweglichkeit ist eingeschränkt, aber bei weitem noch nicht so behindernd. Ich hoffe ich hab noch Zeit, nicht dass das wirklich eintritt und es dann ganz plötzlich abrutscht. Aber das kann ich mir irgendwie nicht vorstellen und will ich natürlich auch nicht. 🙂

Jemand hat mal zu mir gesagt, er geht immer negativ in solche Situationen, dann kann man niemals enttäuscht werden. 🙂 Gute Idee, aber anstrengend denke ich. Ich bin genau das Gegenteil, bevor ich nicht genau weiß; nun ist es wirklich schlecht, gehe ich immer erstmal positiv an die Sache. Wer von beiden den besseren Weg geht, keine Ahnung.
Jedes Jahr wo ich nicht wieder in irgendeine OP muss ist ein gutes Jahr. Ok, in Anbetracht Sorgen Anderer sind zwei OP´s bisher sicherlich auch nicht viel, aber ich reiße mich auch nicht gerade um die nächste, da ich ja eh weiß, dass die Hüften wohl irgendwann noch mal anstehen.

Die Zeit damals hat einen natürlich mal wieder unsicher gemacht und von A nach B gescheucht. Egal welche Meinung die Äzte auch vertraten, es waren alle drei sehr nette. Aber der Letzte sagte mir dann auch, irgendwann werde ich eine Entscheidung treffen müssen und irgendwann machen einem die mehreren Meinungen die Entscheidung nicht mehr einfacher. Denn es geht ja nicht nur um OP ja oder nein, sondern nach anderen Ärzten auch um das was und wie. 🙂
Der Handchirurg sagte auf jeden Fall wir haben auch noch mehr Optionen als zu gegebenem Zeitpunkt dann direkt zu versteifen. Und die Zeit arbeitet ja vielleicht auch noch für mich. Wer weiß was sonst in späteren Jahre schon wieder möglich ist, eben ohne bewegungsunfähig zu werden. Ich meine auf Metall käme es dann vermutlich irgendwann eh nicht mehr an. Was bin ich froh, dass die Flughäfen bald alles Ganzkörperscanner haben. Es ist wirklich nervig immer zur Seite gezogen zu werden und Rechenschaft ablegen zu müssen. Nun stellt euch mal vor, man piept einfach am ganzen Körper. 😀

düd – ? – meine Hüften – Achso – düd – ? – meine Knie – Achso – düd – ? – meine Handgelenke – Achso?!?! – düd – sagen Sie mal verarschen Sie mich? –
Die würden dann doch irgendwann denken ich bin ein Roboter, nix da. Oder noch besser, ich muss in den Nebenraum?
Und was da passiert bleibt meistens nicht ohne Grund in diesem Raum. 😀 nun gut… davon sind wir ja weit entfernt.

Gestern habe ich im Fernsehen was von einem Forscher in Israel gehört. Der entnimmt Körperfett und „züchtet“ daraus eigenen Knochen, der dann gespritzt werden kann und die Knochenbrüche heilt. Angeblich härter und stabiler als der eigene Knochen vorher, obwohl das nachher ja auch aus eigenen Zellen ist. Sehr spannend. Er sagte für Gelenke wolle er das auch noch machen, die Frage ist hier nur, wann kommt das in Deutschland an. Der Sender sagte, er will das in 4 Jahren auf dem Weltmarkt haben. Also abwarten, klang sehr spannend. Würde mir zumindest auch die Angst vor Osteoperose nehmen. Ach, was sage ich, vielen Menschen. Vielleicht wird das Ganze doch irgendwann mal heilbar und eine kleine Erkrankung, die dauerhaft innerhalb von einem Jahr ausgeheilt ist. Das wäre so schön. 🙂
Das war gestern auch sehr passig für mich, da ich gut gesonnen mal wieder Cortison reduzieren wollte und starke Schmerzen hatte. Nun habe ich um die 5mg schon wieder hoch gesetzt und heute geht es schon wieder besser. Es ist wirklich Wahnsinn, wie schnell das teilweise geht. Ich habe um 18 Uhr noch gekocht und gegessen und kaum was gemerkt. Ich schlafe so gegen 19:30 Uhr schlapp ein und wache um 21 Uhr mit Schmerzen im Handgelenk auf. Klingt schon wieder für Dritte nicht glaubhaft oder? Dann merkt man wie schwer es wird die Arme zu heben, Schultern und Ellenbogen ziehen nach. Man mag schon wieder nicht aufstehen, aus Angst, dass die Fußgelenke einen nun auch noch enttäuschen.
Angst ist unbegründet, denn eigentlich hat man in dem Moment schon die Gewissheit es wird weh tun, man kennt seinen Körper ja. Dann kommt der Augenblick, wo man kalkuliert. Sind die Schmerzen so stark, dass man schon wieder keinen Bock mehr hat, oder hält man noch durch, mit der Hoffnung der Appetit lässt nach, der Körper brauch mehr Energie und man nimmt ab. :X
Klingt Irre, aber ihr müsst euch vorstellen, man mag sich im Spiegel nicht und man will eigentlich abnehmen, aber das Medikament arbeitet deutlich gegen einen, immer und immer wieder. Das nervt, macht einen manchmal fertig. Also, sagt es den Patienten nicht immer direkt, mensch, hast du etwas zugenommen? Meidet diese Frage einfach. 🙂 Ich sage euch kommt nicht so gut.

Ich scheine aber gerade vom Thema in diesem Blog abzuweichen. Nehmt ihn nicht als Tipp, nur als meine eigene Erfahrung. Jeder muss für sich die Entscheidung treffen, was er machen lässt und was nicht. Ich wollte nur demonstrieren, wie man sich fühlt und wie man versucht den für sich besten Weg zu finden. Ich habe für mich den Besten gefunden und auch wenn nicht, werde ich es niemals erfahren. Ich bin glücklich die Entscheidungen getroffen zu haben, denn diese ist einfach noch nicht so endgültig. Endgültige Entscheidungen sind immer nervig finde ich, wenn es kein zurück mehr gibt. Die Hüften sind mir auch nicht leicht gefallen, obwohl mir die Schmerzen ja nur die Alternative Rollstuhl ließen. Und das war für mich noch keine Option und dann ja auch „unnötig“. Es gibt andere, die bekommen nicht diese Chance der Wahl, die müssen dann dadurch. Von daher kann ich und darf ich da wohl nicht klagen. 🙂

Grußerle
Desi

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