Enttäuschungen im Beruf aufgrund von Rheuma

Hallo ihr Lieben,

lange ist mein letzter Eintrag her und ihr musstet warten. Das tut mir leid. Bevor ich zum Thema übergehe kurz der Stand der Dinge, für die die mir folgen. 🙂

Das Warten hat damit zu tun, dass es direkt nach meinem letzten Eintrag noch einmal bergab ging mit mir und ich das nicht breittreten wollte, sollte ja ein optimistischer Blog werden und anderen Erkrankten Mut machen. 😛

Am Freitag nach meinem letzten Eintrag hatte ich die Diagnose Venenentzündung bekommen und mich direkt ein Jahr zurückgesetzt gefühlt. Wieder Angstattacken, strengere Überwachung meines Körpers und noch mal eine Woche Thrombosestrümpfe aus Sicherheitsgründen. Nun lass ich meine Venen noch mal von einem Facharzt durchchecken und mir diesen Teil vom Körper im Zusammenhang mit Rheuma erklären. Natürlich ist eine Venenentzündung nicht gleich eine Thrombose, leider hatte ich aber vor einem Jahr genau diese Diagnose am Tag vor der Lungenembolie bekommen, fälschlicherweise. Mein Kopf hat diese Macht genutzt mich noch einmal zurück zu werfen und mir noch mal schwere Tage zu schenken, schön über Weihachten. Diesmal aber wenigstens mit der Familie und nicht im Krankenhaus. 😉

Danach habe ich mich intensiv mit dem Thema Hanf in Deutschland beschäftigt. Dazu werde ich aber noch mal einen geeigneten Blogeintrag verfassen, wenn ich meine Studie abgeschlossen habe und es vielleicht das erste Mal in meinem Leben auch getestet habe. Scheinbar kann sowas vor Angstzuständen schützen und frei atmen lassen. Bei mir ist ja das Problem, dass ich einfach mehrere Tage bis Wochen aus dem Strudel nicht mehr rauskomme, wenn ich wieder eine Attacke hatte und dann zu viel an meine Gesundheit denke. Wenn ich aber merke das kommt und ich inhaliere dann etwas und komme runter, vielleicht kann ich es komplett verhindern!? Gibt aber auch Risiken, daher dazu mal ein eigener Eintrag über meine Ergebnisse. Soll ja auch gegen Schmerzen helfen. Aber dieses Jahr ist bisher frei von Angstzuständen und ich habe mich gefangen. Die Zeit heilt dann doch früher oder später alle Wunden. Testen werde ich es dennoch vorsorglich. Beim Rheuma hilft leider meine entwickelte Strategie, nicht wie erhofft. Wurde gerade frisch punktiert und erhalte in zwei Wochen ein neues Medikament. Kevzara. Letzte Hoffnung. Danach muss ich auf neue Medikamente warten, die aber in der Entwicklung sind, laut der Fachklinik Sendenhorst.

Letzte Woche habe ich auch meine Ablenkung fertig gestellt, meine Freunde haben es schon über einen Post erfahren: Mein Buch hat nun 451 Seiten und ich hoffe das ich durch korrigieren und überarbeiten nicht noch viele Seiten dazu bekomme, denn dann wird der Druck so teuer?! 😀 Jetzt bin ich aber unheimlich aufgeregt, was die Leute zu der Story sagen und würde gerne schnell veröffentlichen. Allerdings kommt jetzt erst die anstrengendste Arbeit. Roten Faden verfolgen, erhalten, wiederherstellen und Kritiken umsetzen. Danke schon mal an meine Probeleser und Rechtschreibprüfer! Bleibt stark! Ich hab euch lieb.. 🙂

Nun aber zum Titelthema. Das ich mir heute endlich den Moment nehme, resultiert aus der Wut und Enttäuschung der letzten Monate in meinem Beruf und ich möchte nur noch mal öffentlich darstellen, was Leuten mit chronischen Krankheiten doch wiederfahren kann, wo man meint, das gibt es doch gar nicht. Ich habe lange überlegt, weil ich weiß, dass auch Freunde und Kollegen diesen Blog lesen und wissen wo ich arbeite, aber es muss raus, denn es betrifft nicht nur mich, sondern viele kranke Menschen, die unter Vorurteilen leben müssen. Und es geht einfach darum, dass es uns manchmal im Leben noch schwerer gemacht wird, als wir es unter Umständen schon haben.

Mir wurde im letzten Jahr in meinem Beruf ein Titel zugesagt, der mir dann wieder genommen wurde. Einer meiner Chefs meinte zu dem Zeitpunkt, dass es längst überfällig ist, stand dann aber nicht hinter mir und somit hat es sich anders ergeben. Neben den Kritikpunkten die mir genannt wurden war, was taktisch sehr unklug ist, das erste Argument meine Erkrankung. Ich darf also aufgrund von Rheuma keinen Erfolg haben?! Ich gebe es nicht gerne öffentlich zu, aber das hat mich sehr getroffen und ich musste eventuell auch vor dem Geschäftsführer Tränen unterdrücken. In dem Moment gut war, Themenwechsel und andere Kritikpunkte aufnehmen, die ich natürlich selber auch anders sehe, die aber sachlich waren. Abends bin ich emotional gebrochen und habe die Tränen richtig raus gelassen. Ich habe so viel gekämpft in meinem Leben, habe meine ganzen Ausbildungen selber gezahlt und nie viel vom Unternehmen verlangt. Man könnte mich Selbstläufer nennen. 😉 Gerade die Leute die mich kennen, wissen, dass ich gerne Arbeite und mich nie davor drücke neues zu übernehmen… Ich werde behandelt als hätte ich diesen Titel und muss für alles gerade stehen, was ich oder andere entscheiden, nur nennen will man es nicht. Ich bin für einen Rheumapatienten, bei dem nichts wirkt, meiner Meinung nach selten krank. Wenn dann sogar mit Anmeldung und Absprache, weil ich ins Krankenhaus muss oder punktiert wurde. Selbst dann arbeite ich von dort aus und bin immer erreichbar. Wenn ihr nun denkt, eigentlich ist sie DUMM, habt ihr recht. Und doch gehe ich jeden Tag hin und gebe mein Bestes. Warum? – Weil was zählt ist die Art der Arbeit, mein Job, und die netten Kollegen. Ich habe die wundervollsten Kollegen die ich mir hätte wünschen können. Die meisten nenne ich meine Freunde, ich lache mit ihnen und so kann ich jeden Tag genießen, was mir den Titel nebensächlich werden lässt. Nur jedes Mal, wenn ich darüber nachdenke, regt mich wieder die Ungerechtigkeit auf, gegen die man einfach nichts machen kann; Die Mitmenschen, die sich als sozial und aufopfernd darstellen, dir aber jegliche Chance nehmen, deine Krankheit im Alltag zu vergessen. Natürlich bin ich auch oft beim Arzt und bin dankbar für die flexiblen Arbeitszeiten die mir das möglich machen. Und das ich so mein Hobby (auf Zeit) nutzen kann. Aber ich investiere trotzdem gerne mehr Zeit rein, als die 40 Stunden die Woche, weil ich dafür „brenne“. UND an dieser Stelle noch mal, dass mache ich für die Kollegen und mich. Wir alle profitieren von einfachen Prozessen und dem Gewinn des Unternehmens. Das mache ich mit keinem Atemzug mehr für meine Geschäftsführung, auch mit der Gefahr, dass sie es irgendwann einmal lesen werden. Ich wurde selten in meinem Leben so enttäuscht und gedemütigt. Dann lieber in einem großen Konzern diese Aussage erhalten, wo man für den Finanzchef nur eine Zahl ist. Dort sagen solche Worte nichts über die Menschlichkeit aus. Dazu gehört schon ein großes Stück dazu, einem das an den Kopf zu werfen und ihm drei Monate später eine Zusage zurück zu ziehen, weil die Chefs sich nicht einer Meinung sind! Ich gehe darüber hinweg und werde genauso gut weitermachen wie immer, aber ihr seid nicht der Motivationsfaktor dafür! Kein Stück! Im Gegenteil, es demotiviert, wenn man immer nur abliefern muss, immer wieder und nichts passiert, außer erneute Enttäuschung. Ich bin verletzte und höre mir trotz meiner Probleme eure Sorgen an, weil ich ICH bin. Und wenn genau diese Dinge die Punkte sind, weshalb ich nicht sein darf was ich bei dem Unternehmen sein wollte und könnte, dann verzichte ich gerne. 🙂

Ich musste mir die letzte Zeit erstmal einiges klarmachen, da natürlich auch ein Selbstbewusstsein unter dieser Aussage und Kritik leidet. Musste mir wieder einreden, dass nicht meine Leistung oder meine Person oder meine Erkrankung das Problem ist, sondern die Struktur von Geschäftsführungen. Ich habe es langsam verarbeitet, komme immer noch mit den Personen an sich gut klar, werde aber keine Hoffnungen mehr in die Charaktere stecken. Es ist gut, solange man alles so macht wie gewünscht, aber gibt es Komplikationen, weil man andere Meinungen oder Vorschläge hat, wendet sich das Bild.

Somit frage ich euch: Verändern sich Menschen in solchen Positionen irgendwann? Ich glaube schon. Man kann es nicht jedem Recht machen und jeder sieht die Dinge anders. Vielleicht lesen nun auch viele Leute den Blog und sagen; JA, aus wirtschaftlicher Sicht haben die Chefs recht. Man weiß ja nie, wenn der Erkrankte nun was macht, was nur er kann oder zu viel Verantwortung auf ihm liegt, vielleicht wird es schlimmer und derjenige fällt aus und das Unternehmen steht vor einem Problem. ABER hier ist es ja eher so, dass sie es einfach auf meine Schultern lasten, wenn es passt und nicht Schätzen oder Belohnen wollen und das ärgert mich. Jedem kann von heute auf morgen etwas passieren, wie viele Menschen sind oft im Jahr mit einer Erkältung krank. ToiToiToi, bin ich das nicht. Liegt wohl daran, dass mein Immunsystem ja genau das Problem hat, dass es nicht weiß wohin mit seiner geballten Energie und sich dann an meinen Knochen auslässt! ^^

Ich bin froh, dass ich mich heute dazu entschlossen habe, dass Thema doch öffentlich zu machen. Und allen, denen es ähnlich geht, weil sie eine Krankheit haben, lasst euch nicht verändern. Nicht so lange ihr glaubt ihr geht den richtigen Weg! Niemand hat das Recht irgendwas von euch nur auf die Krankheit zu beziehen. Egal was ihr habt, egal wie ihr damit umgeht, ihr müsst dafür gerade stehen vor euch; wie ihr seid, was ihr seid und wie ihr irgendwann auf euer Leben zurückblicken wollt.

Emotionale Worte zum Ende, Puls geht langsam wieder runter, feuchte Augen aus Wut zurück und in dem Sinne wünsche ich euch noch einen schönen Abend. 😉

Eure Desi

 

 

 

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