Anders sein wollen – woran es durch Rheuma scheitert

Hey ihr Lieben,

heute einmal zu einem Thema, welches man nicht nur mit Rheuma immer wieder kennenlernt, sondern auch jeder andere. Allerdings schiebe ich die Ausreden dann gerne darauf, bzw. ist die Mühe in seine Optik einfach zu schnell zerstört. Daher mal nen kurzer Eintrag für alle an sich selbst zweifelnden Frauen und Männer, ob sie das nicht auch kennen!? 🙂 

Ich rede von diesen Träumen etwas an sich ändern zu wollen. Ich sehe oft im Büo diese Mädels, die immer schick gekleidet sind und top gestylt. So oft, bzw. fast jeden Tag wünsche ich mir, dass ich auch so gekleidet und geschminkt zur Arbeit gehe, das ich auch dieses Mädchen bin, wo die Leute denken „hübsch sieht sie heute aus“.

Leider bin ich das nicht. Man muss dazu sagen, dass ich das aber auch vorher nicht war. Lange vor dem Spiegel stehen gehörte nie zu meiner Lieblingsbeschäftigung, aber ich konnte mich, im Nachhinein betrachtet, nicht über meine Optik beschweren. Optisch war ich im Normalgewicht und heute denke ich auch ein hübsches Mädel. Damals fand ich natürlich trotzdem, dass ich zu dick und nicht attraktiv bin. So ein Quatsch. Scheinbar weiß man auch bei sich selber erst was man hatte, wenn man es nicht mehr hat. Dazu wird man ja auch einfach älter. ☺️

Heute kämpfe ich mit den Nebenwirkungen der Medikamente, wie in dem anderen Beitrag beschrieben; Risse in der Haut, Wassereinlagerungen, leichtes Übergewicht (noch nicht nach BMI, aber optisch) und den kaputten dünnen Haaren. Was auf diese Situation aber das schlimmste ist, ist das Schwitzen. Wie gesagt, Kopfschwitzerin. Meine Haare werden direkt feucht und liegen am Kopf an. Somit sieht es auch jeder im Büro. Wichtige Termine, an denen ich referieren soll, am besten nur bei 19 Grad gekühltem Raum oder im Sommer gar nicht.

Manchmal ist man eine Zeit lang total motiviert und trägt etwas höhere Schuhe und eine enge Hose, dann geht das vielleicht ein paar Tage gut und dann kann man die Schuhe wieder nicht tragen, weil man Schmerzen hat. Schon geht die Stimmung wieder runter, man zieht sich wieder schluderig an, weil man ja eh nicht haben kann was man will. Turnschuhe zu einer ordentlichen schwarzen Hose sieht ja auch aus, wie gewollt und nicht gekonnt. Macht aber nichts, sieht ja unterm Schreibtisch zunächst eh keiner, etc.. Ausreden finden kann man genug.

Genauso ist es aber auch täglich mit den Haaren. Wenn man morgens so viel Mühe in Schminke und Haare gesteckt hat und nach 2 Stunden eh wieder so aussieht weil man geschwitzt hat, bleibt die Lust einfach aus. Vor allem finde ich es dann sogar noch frustrierender als ohne sich Mühe gegeben zu haben. 😀

Das ist der Alltag, dazu kommen die Tage, wo du wieder joggende Leute an dir vorbeilaufen siehst und du dir wünscht, dass auch du joggen gehen könntest. Auch du wieder Kampfsport machen könntest, auch du wieder Muskeln im Bauch haben magst, die sich etwas abzeichnen. 🙂 Das nicht du immer Hilfe brauchst um schwere Dinge zu transportieren, sondern du dieser starke Mensch bist, der anderen die Flaschen aufdreht und für eine Frau schon reichlich Kraft hat. Ganz ehrlich, ob ich diese Person wäre, wenn ich nicht krank geworden wäre, weiß man natürlich nicht. Ob ich wirklich joggen würde, wenn ich knochentechnisch Gesund wäre, keine Ahnung. Es nervt einfach nur manchmal, dass es für einen verboten ist. Man tendiert ja dazu, immer genau das zu wollen, was man nicht darf. Wir werden doch scheinbar nie erwachsen!? 😀

Daneben muss man sich immer wieder klar machen, was man nicht erlebt hätte, wenn es anders gekommen wäre. Bei mir weiß ich nicht was ich alles vielleicht nicht gemacht hätte, wenn ich nicht krank geworden wäre. Oder ich wäre noch irreren Hobbys nachgegangen und durch ein Unglück  gar nicht mehr am Leben. Vielleicht wollte mich das Schicksal schützen? Dann würde ich dich, Schicksal, nun aber bitten, hör auf! Habe die Lektion gelernt, bin vorsichtig und bedacht. Wenn nicht sogar mehr als rational am abwägen, was ist mir nun welches Risiko wert. 😉

Oft stellen wir uns dann auch die Frage, was kommt noch? Was hält das Leben noch für uns bereit und was verändert sich für uns. Habt ihr schon mal drüber nachgedacht, was ihr erreichen wolltet, was davon erreicht wurde und welche neuen Punkte kamen und was ihr derzeit tut um diese zu erreichen? Ich habe die Bucketlist ja schon mal beschrieben und ziemlich viel schon erreicht. Irgendwann komm ich an einen Punkt an dem ich denke, dass was ich wollte habe ich erreicht, jeder weitere Tag in dieser Gesundheit ist ein Luxusgeschenk, denn es kann nur schlimmer werden. Jeder Mensch kommt irgendwann an diesen Punkt, der eine eher, der andere später. Negative Gedanken hat man dennoch immer, was besser sein könnte, dass ist schließlich menschlich. Positiv ist an diesem Bewusstsein, er lässt uns bewusster Leben und den Augenblick genießen. ☺️

Wie ist das bei euch? Wie fühlt es sich für euch immer an, wenn ihr über euer Leben nachdenkt? 

Freue mich über Beiträge/Kommentare. 😉

Grußerle

Desi

Ein Gedanke zu „Anders sein wollen – woran es durch Rheuma scheitert“

  1. Du bist auch heute ein hübsches Mädel (wie du es so schön nennst)….sowohl von innen wie auch von außen! Und ich kenne keinen der soviel Lebensmut und Freude hat wie du!! Und wenn es mir mal schlecht geht bist du mit deiner Zuversicht ein großes Vorbild für mich! Behalte Dir das bitte immer bei! 😘😘😘

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