Arthrose behandeln – Teil 2

Moin,

Hier einmal eine kurze Zwischeninfo. Es ist nicht nur der Kopf wie ich einst hoffte. Das muss ich mir langsam eingestehen, ich bin schon gewaltig eingeschränkt und habe starke Schmerzen. Ich bin wieder beim Sport, weil wie sie alle sagen, wer Rastet der Rostet, aber bei mir ist definitiv der Lack am weichen..

Status seit dem letzten Eintrag: mir wurden meine Orthopädischen Schuhe nicht genehmigt. Ja, ich weiß was ihr denkt. Dachte ich auch. 14 Jahre Rheuma, Schwerbehindert und die haben die Berichte von den Ärzten und sehen doch wie es mir geht… ABER ich habe gelernt, da wird nur ein Foto vom Fuß aufgenommen und zum medizinischen Dienst gesendet. Anhand dessen die entscheiden ja oder nein. Bei mir würden Einlagen reichen… So gerne würde ich einfach hingehen und denen einmal vorführen, wie ich laufe. Besser noch, ihnen einen Tag meine Schmerzen geben.. ^^

Nachdem ich mich aufgeregt hatte, habe ich dann den Widerspruch eingereicht, Aber auch das dauert schon wieder zwei Wochen und wie ich erfahren habe, können die jetzt auch sagen; ohne OP geht das nicht mehr, die ist schon zu kaputt. Wusstet ihr in diesem Sinne, dass wir jeden scheiß Datenschutz unterschreiben, aber die Krankenkasse für sowas keine Berichte anfordern darf und auch nicht hat. Die Freigabe muss man dann beim Widerspruch noch mal geben und die werden ungesichtet an den medizinischen Dienst weitergeleitet. Ich muss ehrlich sagen, dass ich sehr froh bin, dass ich in dem Punkt immer so ruhig bleiben kann und mir das Erklären lasse, bevor ich am Telefon ausraste.

Ich muss aber auch zugeben, dass ich eher weich in dem Thema bin, weil ich mich dafür schäme krank zu sein und auf das Geld der Krankenkasse angewiesen. Glaubt mir, man freut sich nicht seines Lebens, wenn man sich auf die Verlassen muss… es ist eine Qual. Ich danke somit allen, auch denen, die immer über Kassen fluchen, weil sie selber nichts brauchen. Menschen wie ich, uns helft ihr und dafür sind wir dankbar!! Dafür leben wir in einem Sozialstaat, dass Menschen eine Chance gegeben wird. Vergesst das bitte niemals! Ich kann es nicht oft genug sagen. 🙂

Daneben war ich beim zweiten Chirurgen. Der war auch super, würde auch erst operieren, wenn ich es nicht mehr verkrafte, aber ist komplett anderer Meinung als Hamburg. Er würde ein künstliches Gelenk einsetzen, welches zwei Metall-Kappen über die Gelenkköpfe legt und weiches Material dazwischen, weil mein Oberes Sprunggelenk das Problem sei. Das Untere sähe noch gut aus, bzw. wird von Alleine steif.. Aber meine vor und zurück Beweglichkeit ist ja nicht so eingeschränkt… Denke ich kurz an Hamburg, hat der gesagt man geht weg vom künstlichen und würde das untere, welches schlimmer sei, versteifen. Beide haben unheimlich gut erklärt und der von letzter Woche sagt sogar, er habe kürzlich sein erstes künstliches nach 30 Jahren wegen einer Infektion wechseln müssen. Die Frau ist heute oder zum Zeitpunkt der OP 70 Jahre gewesen. Für mich als Mathegenie natürlich kein Problem, dann war sie zum Zeitpunkt der OP 40… da er auch sagte es käme auf die Belastung an und die Patientin hatte vermutlich kein Rheuma, male ich mir meine Chancen nicht ganz so lang aus, aber immerhin länger als ich einst dachte. Und es können Elemente gewechselt werden, was auch sehr gut klingt und ich bei den Hüften ja leider verpasst habe… Das Ende vom Lied ist nun, den Spezialisten in Magdeburg im Juni mit meinen Recherchen direkt nach seiner Abschätzung zu konfrontieren, warum Meinungen so auseinander gehen können. Ich bin jedes Mal froh, wenn sie sagen ich muss nicht operiert werden, aber dann, betrachte ich wieder was ich alles nicht kann, wie lange Strecken gehen, ich Zweifel an meiner Kraft für die Weltreise, die ich schon auf drei Etappen, aber ohne Schiff umgeplant habe. Ich hasse es mit meiner Nichte nicht spielen zu können, aus Angst sie läuft mir draußen weg und ich komme nicht hinterher. Oder tue uns beiden weh, weil ich irgendwo nicht stark oder schnell genug bin. Der Kopf schränkt einen also noch mit ein, das nervt gewaltig und ich fordere mich immer mit neuen Ideen wieder heraus. Für mich wichtig, aber auch gefährlich. Wer hoch fliegt kann tief fallen… 😉 Frust baut sich dann auf, man überlegt wie alt werde ich wohl und bereue ich es dann die Jahre mit Schmerzen vergeudet zu haben. Was hätte ich ohne das noch geschafft? Dann die Angst der Probleme einer OP. Was wenn was schief geht? Wie retten Sie dann dein Gelenk? Geht es überhaupt dann noch? Ein Restrisiko bleibt immer. Sich für oder gegen eine Operation zu entscheiden, finde ich mit einer der schwersten und sie kommen immer wieder. Ich musste es schon bei den Hüften mit 21 Jahren treffen und beim Handgelenk mit 29. Beide bereue ich nicht und sind unterschiedlich ausgefallen. Aber je Älter man wird, wird es nicht einfacher, wie ich einst dachte!? ^^

Klar werde ich auch hier eine Lösung finden. Klar wird es eines Tages eine OP sein, sobald ich es nicht mehr ertrage, dass alle auf mich warten müssen… ^^ aber ich will es erst noch mit den Schuhen probieren. Hässlich, aber vielleicht verschaffen sie mir noch Zeit!? Und die Reise?!

Zumindest habe ich mir nun auch, nach der Aussage des Orthopäden von vor zwei Jahre bezüglich meiner Knie, einen betreuenden Facharzt für diese gesucht. Übernächste Woche mache ich ein MRT von beiden und dann gucken wir wie die aussehen und wie ich sie schützen kann! Damit nicht die bald auch noch kommen. Die könnten ja wenigstens noch 10 Jahre halten, fände ich gut… 🙂 ok, in 10 Jahren würden hier noch mal 10 stehen und dann; wenn sie bis heute gehalten haben könnten sie auch den Rest noch halten.. ;p

Warum kann uns manchmal nicht wer die Entscheidung abnehmen, warum kann ich nicht stark gläubig sein und Dinge als Zeichen sehen und in meiner Entscheidung gestärkt werden? Das Leben spielt uns nicht immer fair mit und ich muss noch mal auf meine Deutschlehrerin zurückkommen, die mich, zwar leider sehr früh damit prägte, aber definitiv Recht hatte. Das Leben ist hart und ungerecht, dass wirst du noch schlimmer lernen müssen, als mit einer Schulnoten… Und dabei ist das Leben zu mir noch nicht mal so schlimm, wenn ich anderes höre, dennoch kotzt es uns alle immer mal an und wir wollen raus… der eine mehr der andere weniger…

Somit schönes Wochenende 🙂

Eure Desi

2 Gedanken zu „Arthrose behandeln – Teil 2“

  1. Liebe Desi,

    ich bin heute erstmals hier auf Deiner Seite gelandet und fühle mich total angesprochen!!! Toll, dass Du über Dich und das Rheuma so schreibst!
    Ich bin mit Anfang 20 an Rheuma erkrankt und hatte dann irgendwann (u.a.) die Sprunggelenkprobleme. Und ich habe im Sommer vor zwei Jahren in Magdeburg ein neues Sprunggelenk bekommen und bereue es nicht … Ich kann keine großen Wanderungen machen oder den ganzen Tag auf den Füßen sein (dafür ist auch der andere Fuß schon zu sehr mitgenommen) und das (sehr) feste Schuhwerk nervt jetzt im Sommer schon manchmal, aber der Alltag ist wieder OK, ich muss mir nicht mehr jeden Schritt zu überlegen und meiner Tochter kann ich auch wieder ganz gut folgen. Und ich habe definitiv wieder mehr Lebensfreude! Neulich bin ich sogar mal für kurz in die alten Inliner gestiegen 😉
    Vor der Entscheidung für Magdeburg war ich bei drei anderen Ärzten, ALLE haben mir was anderes erzählt und sich sogar von einem zum anderen Termin widersprochen – ich war auch nur noch frustriert…

    Aber was ich Dir sagen will ist, dass es glaube ich nur besser werden kann, wenn Du was machen lässt. Mir sagte man damals, dass ich noch ein bestimmtes Zeitfenster hätte für die Prothese, danach käme dann nur noch Versteifung in Betracht.

    Alles Gute für Dich und herzliche Grüße
    Bettina

    1. Hallo Bettina,

      vielen Dank für Deine Worte und Deinen Erfahrungsbericht. Das zeigt mir, dass das Thema scheinbar für die Ärzte auch recht komplex ist und es nicht nur mir so geht, dass mehrere unterschiedliche Meinungen haben.
      Darf ich Dich noch fragen, wie lange das gebraucht hat. Die OP inkl. Reha, bis du wieder fit warst und arbeiten konntest? Wirst du das zweite Gelenk auch noch machen? Ich denke bei mir läuft es auch irgendwann auf beide hinaus und noch Knie und alles was so geht.
      Hast Du Dein Rheuma im Moment denn gut im Griff?

      Ich wünsche Dir ebenfalls alles Gute und vielleicht darf ich Dich, wenn ich es mir überlege noch mal per Mail kontaktieren bei Fragen zur OP?

      Ganz liebe Grüße
      Desi

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